Klinikum Frankfurt (Oder): 7.691 Unterschriften übergeben

Stefan Kunath hält die Ordner mit allen Unterschriften vor dem Klinikum Frankfurt (Oder) in der Hand

7.691 Menschen fordern mit der Unterschrift meiner Petition mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und eine Corona-Sonderzahlung am Klinikum Frankfurt (Oder)! Danke für die vielen Unterschriften!

In Anwesenheit des stellvertretenden Bezirksgeschäftsführers der Gewerkschaft ver.di, Frank Ploß, und des Vorsitzenden des Betriebsrates am Frankfurter Klinikum, Stefan Härtel, habe ich die Unterschriften der Klinikleitung übergeben. Für mich ist es unverständlich, dass niemand von der Geschäftsführung die Petition persönlich entgegen nehmen wollte. Stattdessen hat die Geschäftsführung uns und der Presse ein Drehverbot auf dem Klinikgelände ausgesprochen.

Video zur Übergabe der Petition

Neue Geschäftsführung am Klinikum Frankfurt

Ich befürchte, dass die neue Geschäftsführung von Asklepios kommend das Frankfurter Klinikum als Sanierungsfall betrachtet und das Krankenhaus auf dem Rücken der Beschäftigten finanziell effizienter gemacht werden soll. Aber 7.691 Unterschriften geben Mut, denn viele Menschen aus unserer Region unterstützen die Beschäftigten mit ihren Forderungen.

Beschluss der SVV Frankfurt

Auch die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat auf Antrag der Fraktion DIE LINKE ein klares Zeichen gesetzt: Gesten hat sie einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der sich die Stadtverordnetenversammlung mit den Beschäftigten am Klinikum Frankfurt (Oder) solidarisiert und mehr Anerkennung fordert. Hier der Beschlusstext:

Am Klinikum Frankfurt (Oder) arbeiten sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr für das Wohlergehen vieler Patientinnen und Patienten. Dies hat immer gegolten, wird aber jetzt, im Kampf um die Genesung von Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren und sind, besonders sicht- und spürbar. Unstrittig ist die mehrfach geäußerte Auffassung, dass alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, gerade jetzt unsere ungeteilte und volle Unterstützung verdient haben.

In Kürze werden in unserem Klinikum die Tarifverhandlungen beginnen. Ausgehend davon bekräftigt die Stadtverordnetenversammlung, dass es für die im Klinikum Tätigen besondere Anerkennung und Wertschätzung für ihre außerordentlichen Leistungen verdient haben. Sie leisten großartiges unter für sie teilweise schwierigsten Bedingungen.

Die Stadtverordnetenversammlung ist solidarisch mit den Beschäftigten und ruft die Tarifparteien auf, zu angemessenen und schnellen Verhandlungen mit einem guten Ergebnis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu kommen.

Für mich ist es wichtig, dass sich die breite Unterstützung für die Beschäftigten am Frankfurter Klinikum auch in mehr Gehalt, bessere Arbeitsbedingungen und eine Sonderzahlung münden. Die Tarifverhandlungen beginnen demnächst und ich bleibe auch nach der Übergabe meiner Petition an diesem wichtigen Thema dran – denn die Beschäftigten verdienen mehr! Danke auch an den Betriebsrat und die Gewerkschaft verdi. Wir stehen zusammen – unser Gesundheitssytem darf nicht dem Profit dienen, sondern den Menschen!

Bilder von der Übergabe

Stefan Kunath blättert die Unterschriften der Petition durch
Stefan Kunath zeigt der Presse die Unterschriften
Stefan Kunath, Frank Ploss (verdi) und Stefan Härtel (Betriebsrat)
Stefan Kunath (links), Frank Ploß (mittig) und Stefan Härtel (rechts)
Stefan Kunath, Frank Ploss (verdi) und Stefan Härtel (Betriebsrat) während die Unterschriften durchgeblättert werden
Frank Ploß (links), Stefan Kunath (mittig mit Ordnern) und Stefan Härtel (rechts)
Stefan Kunath hält die Ordner mit allen Unterschriften der Petition im Beisein von Frank Ploss, stellvertretender Bezirksgeschäftsführer bei verdi
Stefan Kunath (links) und Frank Ploß (rechts)
Stefan Kunath und Mitglieder des Betriebsrates gehen in Richtung des Klinikums um die Petition abzugeben
Stefan Kunath und Mitglieder des Betriebsrates gehen in Richtung des Klinikums um die Petition abzugeben

Petition und Petitionstext

Die vielen Beschäftigten im Klinikum Frankfurt (Oder) kämpfen täglich um die Gesundheit der Patient:innen. Besonders anstrengend ist ihr täglicher Kampf um die Gesundheit und das Leben der Patient:innen, die an Covid-19 erkrankt sind. Die Held:innen der Corona-Pandemie haben mehr verdient als Applaus und warme Worte. Doch im Dezember 2020 haben Geschäftsführung des Klinikums und Vorstand der Rhön-Klinikum AG die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach einer Corona-Sonderzahlung abgelehnt.

Wir fordern die Geschäftsführung des Klinikums und den Vorstand der Rhön-Klinik AG auf:

  • Zahlen Sie den Beschäftigten im Klinikum eine steuerfreie Sonderzahlung von 600 EUR!
  • Darüber hinaus erwarten wir eine merkliche Verbesserung der Bezahlung der Beschäftigten und ihrer Arbeitsbedingungen bei der nächsten Tarifrunde.

Krankenhäuser sind Orte der Fürsorge und Heilung. Es sollte um die Menschen und ihre Gesundheit gehen. Doch allzu oft geht es um Geld und Profit. Zuwendung, Trost und menschliche Ansprache sind betriebswirtschaftliche Zeitverschwendung. Zeit haben Pflegekräfte viel zu wenig, denn Krankenhäuser sparen oft am Personal mit dramatischen Folgen sowohl für Patient:innen als auch für Beschäftigte.

Das Frankfurter Klinikum und die Rhön-Klinikum AG gehören seit 2020 zum gewinnorientierten Asklepios-Konzern. Beide Unternehmen schaffen es im unterfinanzierten Gesundheitssystem Gewinne zu erwirtschaften, von denen bei den Beschäftigten wenig ankommt. Die größten Anteilseigner an der Rhön-Klinikum AG konnten während der Pandemie ihr Vermögen sogar steigern:

  1. B. Braun und Familien, Platz 20 auf der Liste der reichsten Deutschen, 7,4 Mrd. EUR Vermögen
  2. Bernhard Gr. Broermann (über Asklepios Kliniken), Platz 65 auf der Liste der reichsten Deutschen, 2,7 Mrd. EUR Vermögen
  3. Eugen und Ingeborg Münch, Platz 411 auf der Liste der reichsten Deutschen, 350 Millionen EUR Vermögen

Quelle: Rangliste der größten Vermögen 2020 – Die 500 reichsten Deutschen. Manager Magazin (2020). Url: https://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/die-500-reichsten-deutschen-2020-rangliste-der-milliardaere-a-00000000-0002-0001-0000-000173293421

Wir fordern, dass unser Gesundheitssystem nicht den Profiten und Dividenden Einzelner dient, sondern dem Wohl aller Menschen. Die Held:innen der Corona-Krise haben mehr verdient als nur Applaus. Wir brauchen einen Systemwechsel im Krankenhaus: Gemeinwohl vor Profit!

Pressemitteilung zur Übergabe

„Für mich ist unverständlich, dass niemand von der Geschäftsführung die Unterschriften persönlich entgegennehmen wollte. Ich befürchte, dass der kommende Geschäftsführer vom Asklepios-Konzern das Klinikum als Sanierungsfall betrachtet. Aber 7691 Unterschriften machen Mut, dass viele Menschen in unserer Region hinter den Beschäftigten stehen“, kommentiert Stefan Kunath, Kreisvorsitzender der LINKEN Frankfurt (Oder) die heutige Übergabe der Petition.

„Auch die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung hat ein klares Zeichen der Solidarität an die Beschäftigten gesendet. Sie verdienen eine klare Perspektive, eine Sonderprämie, mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen“, so Stefan Kunath, der im September für DIE LINKE als Direktkandidat im Wahlkreis Frankfurt (Oder) – Oder-Spree antritt.

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