Stefan Kunath auf einem Lastenrad: wie kann es weiter gehen mit dem Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur?

Wer sich in Bus und Bahn vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus fürchtet, dem steht das Fahrrad als Alternative zur Verfügung. Aber auch Autofahrer:innen greifen häufiger zum Fahrrad. Statt mit dem Auto in den Sommerurlaub zu fahren, haben in diesem Jahr mehr Menschen ihr erspartes Urlaubsgeld in ein neues Fahrrad investiert. Auch die Stadt Frankfurt (Oder) ruft zum Fahrradfahren auf.

Im jüngst veröffentlichten Strategiepapier der Rathausspitze zur Zukunft der Stadt nach Corona spielt der Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur eine herausragende Rolle. Für die Vision einer „autoarmen Innenstadt“ bis 2035 braucht es praktikable und attraktive Alternativen, so die Rathausspitze. Um die Wirksamkeit von künftigen Fahrrad-Infrastrukturmaßnahmen zu bewerten, ist eine verlässliche Datengrundlage nötig. Aus Sicht des Fragestellenden setzt sie idealerweise im Zentrum unserer deutsch-polnischen Doppelstadt an. Schließlich ist der Ausbau und die gemeinsame Abstimmung bei Planungen der Fahrrad-Infrastruktur bis 2025 als Ziel im Frankfurt-Słubicer Handlungsplan ausgewiesen.

Deshalb habe ich eine Anfrage an die Stadtverwaltung zum Thema der Fahrrad-Nutzung und -Infrastruktur geschrieben, deren Ergebnis nun vorliegt.

Ich wünsche mir: Mehr System und weniger einzelnes Flickwerk! Wir brauchen eine echte doppelstädtische Radverkehrsplanung und die Einbettung in eine bessere Verkehrsplanung mit Fahrrad, Bus und Straßenbahn um den Autoverkehr in der Stadt reduzieren zu können.

Die komplette Anfrage samt Ergebnis kann hier gelesen werden.

Ergebnisse

Immer mehr Menschen in Frankfurt nutzen das Fahrrad

Radfahrende auf Lebuser Chaussee
2017: 38.655
2018: 42.925
2019: 40.529

Radfahrende auf Müllroser Chaussee
2017: 39.735
2018: 40.859
2019: 42.508

Das Fahrrad ist Krisengewinner

Im ersten Halbjahr 2020 gab es einen Anstieg der Durchfahrungen um ca. 25 % in der Lebuser Chaussee und ca. 17 % in der Müllroser Chaussee.

Die Stadt baut die Fahrrad-Infrastruktur aus

Maßnahmen 2020/2021

  • Fahrbahntrennung Radweg Perleberger Straße
  • Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und im Stadtgebiet
  • Radschutzstreifen auf Robert-Havemann-Straße auf westlicher Seite

Weitere Maßnahmen sind in Planung
2021 Johann-Eichhorn-Straße
2022 Nuhnenstraße
2023 Puschkinstraße
2024 Kopernikusstraße
2025 Perleberger Straße, Hansastraße, Moskauer Straße, Hamburger Straße, Birnbaumsmühle

Unsere Forderungen:

  • doppelstädtische Radverkehrsplanung
  • systematischer Ausbau der Radwege statt Flickenteppich
  • Stärkung von Fahrrad, Bus und Straßenbahn für eine autoarme Innenstadt
  • Stärkere Nutzung von Fördermitteln aus EU und Bund

Anfrage

Ursprünglich habe ich die Stadtverwaltung gefragt:

1. Wie viele Durchfahrungen gab es in den Fahrrad-Zählstellen in den Jahren 2016, 2017, 2018, 2019, 2020 (bitte tabellarisch angeben für Jahr und Zählstelle)?

2. Wie bewertet die Stadtverwaltung diese Zahlen?

3. Welche Maßnahmen zum Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur sind zurzeit in Frankfurt (Oder) in Planung und wann werden sie voraussichtlich umgesetzt?

4. Welchen Stellenwert hat das Fahrrad in den verkehrspolitischen Überlegungen in Słubice nach Kenntnis der Frankfurter Stadtverwaltung?

5. Erwägt die Stadtverwaltung in Abstimmung mit der Słubicer Stadtverwaltung eine Fahrrad-Zählstelle auf der Oderbrücke zu installieren?

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